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DLM-Symposium 2018: Hans Demmel plädiert für neues Medienkonzentrationsrecht und Regulierung der Intermediäre

24.04.2018

Der Zugang zu und die Auffindbarkeit von Inhalten in der digitalen Medienwelt standen im Mittelpunkt des diesjährigen DLM-Symposiums. Experten aus Praxis und Wissenschaft gaben zunächst einen Einblick in den sich vollziehenden technologischen Wandel und welche Auswirkungen künstliche Intelligenz, Algorithmen und Big Data auf die Gestaltung von Kommunikationsräume bereits besitzen und künftig haben könnten. Vertreter aus Medienbranche, Politik und Regulierung debattierten anschließend, welche Schlüsse hieraus für die Gestaltung des medienrechtlichen Rechtsrahmens zu ziehen sind.

Der Vorstandsvorsitzende Hans Demmel vertrat den VPRT auf dem Abschlusspanel, auf dem er gemeinsam mit der DLM-Vorsitzenden Cornelia Holsten, Dr. Susanne Lackner (KommAustria) und Dr. Susanne Pfab (ARD) über die zukünftige Ausrichtung der Medienregulierung diskutierte.

Hans Demmel bezeichnete die geplante Regulierung von Intermediären als wichtig und schlug ein „abgestuftes Vorgehen“ vor. Außerdem sei ein neues Medienkonzentrationsrecht erforderlich, das alle Medien gleichermaßen berücksichtige.
Bezüglich des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz in der Medienproduktion prognostizierte Hans Demmel, dass entsprechende Programme schon heute für die Schaffung kurzer, datengestützter Texte verwendet werden können, sich aber auch in zehn Jahren TV-Sendungen nicht ohne Menschen erstellen lassen würden. US-amerikanische Streaming-Plattformen die Algorithmen bei der Produktion und Distribution ihrer On-Demand-Inhalte einsetzen, beleben den Wettbewerb auch in Deutschland. Daher müssten sich TV-Programmveranstalter „ganz dringend Gedanken über die Inhalte machen“ und auf die eigene Kultur setzen. Als weiteres Anwendungsfeld jenseits der Medieninhalte könnte die Anwendung von Algorithmen bei der Identifizierung von Fake News und bei der Adressierbarkeit von Werbung behilflich sein.