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Medienpolitik 2017plus (VPRT-Jahresbericht 2016)

01.06.2017

Wettbewerb ermöglichen – Vielfalt für Audio und Video.

2017 stehen wichtige Wahlen an. Der VPRT hat aus diesem Anlass die aus seiner Sicht zentralen medienpolitischen Handlungsfelder aktuell und komprimiert im Leitpapier „Medienpolitik 2017plus“ zusammengefasst.

Die audiovisuellen Medien in Deutschland …

stehen für ...

  • ein freies, unabhängiges und vielfältiges Medienangebot online und offline, vor Ort, lokal und regional.
  • einen wichtigen Beitrag zur Volkswirtschaft und Gesellschaft.
  • kreative Innovationen und neue Angebote.
  • tagesaktuelle, verständliche Informationen und beste Unterhaltung für die gesamte Bevölkerung.
  • redaktionelle Verantwortung sowie die Achtung der Grundwerte und des Jugendschutzes.

 

bedürfen …

  • keiner staatlichen Subventionen, sondern fairer Rahmenbedingungen, die nicht dem Stand der Technik und des Angebots hinterherhinken und Angebots- und Anbietervielfalt langfristig sichern.
  • gleicher Chancen und Ausgangsbedingungen wie ihre internationalen Konkurrenten.
  • eines neuen Ansatzes in der Medien- und Wirtschaftspolitik, der weg vom Klein-Klein die Wettbewerbsverhältnisse im Blick behält und eine aktive, gestaltende Rolle einnimmt.
  • eines strukturierten Neustarts für das duale Mediensystem, um von den beitragsfinanzierten Angeboten nicht noch weiter erdrückt zu werden.
  • der Wahlfreiheit für alle Arten von Geschäftsmodellen: werbefinanziert, gegen Entgelt, im Abo oder Einzelabruf. Legale Produkte müssen auch legal beworben werden dürfen.
  • eines angemessenen Schutzes ihrer Audio- und Videoinhalte vor digitalem Diebstahl, um den letzten verbliebenen „Rohstoff“ des geistigen Eigentums im konvergenten Umfeld zu erhalten.

 

Radio und Fernsehen sind nicht nur die beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der Deutschen und die mit Abstand meistgenutzten Medien, sie sind vor allem ein enormer Faktor für den Wirtschaftsstandort. Private Radio- und Fernsehunternehmen stehen für ein Umsatzvolumen von über 10 Milliarden Euro, bei Einbeziehung der vor- und nachgelagerten Stufen sogar für ein Vielfaches dessen. Sie sind dabei schon lange nicht mehr ausschließlich Fernsehen und Radio im „klassischen“ Sinne, sondern Video und Audio auf allen Kanälen, linear oder auf Abruf. Damit die Unternehmen ihren Beitrag zur Medien- und Meinungsvielfalt in einer konvergenten und globalen Medienrealität erfolgreich leisten können, müssen die regulatorischen Rahmenbedingungen zeitgemäß gestaltet und der dynamischen Marktentwicklung gerecht werden. Gleichzeitig muss die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen im internationalen Umfeld hergestellt werden, so dass volkswirtschaftliche Wohlfahrtseffekte in Deutschland und Europa realisiert werden können. Für die Agenda Medienpolitik 2017plus sind daher neben der klassischen Medienpolitik auch Wirtschafts-, Infrastruktur-, Digital- oder Steuerpolitik höchst relevant.