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Audio- und Radionutzung in Deutschland (ma 2020 Audio I)

08.04.2020

Radioprogramme sind in der aktuellen Ausnahmesituation eine enorm wichtige Informations- und Bezugsquelle für die Menschen in Deutschland. Dementsprechend ist die Radionutzung in der Corona-Krise nochmals deutlich gestiegen.

Aber die Radionutzung lag auch vor der aktuellen Corona-Krise schon auf sehr hohem Niveau, wie aus der nun veröffentlichten Studie ma 2020 Audio I der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (agma) hervorgeht, deren Daten noch vor der Corona-Krise erhoben wurden. Demnach lag der weiteste Hörerkreis (WHK) innerhalb eines durchschnittlichen 4-Wochen-Zeitraums der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren bei 93,6 Prozent (ma 2019 Audio II: 93,8 Prozent). Pro Tag erreichten Audio- und Radioangebote in Deutschland mit 76,1 Prozent mehr als dreiviertel der Personen in Deutschland (ma 2019 Audio II: 77,1 Prozent). Die Audio-Verweildauer, also die durchschnittliche Nutzungszeit von Audio-Hörern, blieb stabil auf hohem Niveau bei 256 Minuten (ma 2019 Audio II: 258 Minuten).

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Die Hörer von klassischen, linearen Radioangeboten bleiben ihren Sendern mit einer durchschnittlichen Tagesreichweite von 75,4 Prozent weiterhin treu (ma 2019 Audio II: 76,5 Prozent). Der Weiteste Hörerkreis, also die Nutzung innerhalb eines durchschnittlichen 4-Wochen-Zeitraums, liegt beim Radio bei 93,4 Prozent (ma 2019 Audio II: 93,6 Prozent).

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Die Radio-Verweildauer bleibt ebenfalls stabil: Im Vergleich zur Vorerhebung ging die Verweildauer um eine Minute auf durchschnittlich 256 Minuten zurück. Ähnlich sieht es bei den 14- bis 49-Jährigen aus: Die Verweildauer ging im Vergleich zur Vorerhebung um eine Minute auf 240 Minuten zurück.

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Es ist paradox, aber diese hohe und in der Corona-Krise nochmals gestiegene Radionutzung spiegelt sich derzeit keinesfalls im Werbegeschäft wider. Im Gegenteil, ausgelöst durch den behördlich angeordneten Shutdown werden vielfach Kampagnen verschoben oder storniert, so dass die Sender für die Erfüllung ihres Auftrags als systemrelevante und kritische Infrastruktur in der Krise zunehmend auf gezielte politische Unterstützung angewiesen sind.

Die ma Audio inkludiert seit 2018 die Berichterstattung der ma Radio vollständig und enthält als Konvergenzstudie außerdem auch Reichweiten für Online-Audio-Einzelsender, Musik-Streamingdienste, User-Generated-Radios sowie für Online-Audio-Werbekombinationen und Konvergenzangebote. Für die ma 2020 Audio I wurden insgesamt 67.891 deutschsprachige Personen ab 14 Jahre in der Bundesrepublik Deutschland befragt.

Ansprechpartner

Frank Giersberg

Geschäftsführer / Kaufmännischer Leiter

Johannes Leibiger

Senior Referent Medienwirtschaft