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Onlinesucht ist Jahresschwerpunkt der Bundesdrogenbeauftragten

10.06.2016

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), kündigte bei der Präsentation des diesjährigen Drogen- und Suchtberichtes an, die sogenannte Computerspiel- und Internetabhängigkeit zu ihrem diesjährigen Schwerpunkt zu machen.

Die am 9. November 2016 stattfindende Jahreskonferenz der Drogenbeauftragten will sich ganz dem Thema Onlinesucht widmen. Die relevante Gruppe von Internetabhängigen läge nach den Angaben Mortlers bei ein Prozent der 14- bis 64-Jährigen (rund 560.000 Personen). Auf der Konferenz soll den Fragen nach gegangen werden, wie sich die Behandlung und die Prävention verbessern lassen können. Zudem möchte die Bundesdrogenbeauftragte die Diskussion über Diagnostik und Klassifikation von Medienabhängigkeit fortsetzen. Bereits 2015 wurde die Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Tübingen damit beauftragt, eine Übersicht zum Stand der Suchthilfe und Suchtpädagogik zu erstellen. Der Bericht soll die Grundlage für die Debatte bilden, inwieweit internetbezogene Störungen in die elfte Ausgabe der „Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme“ (ICD-11) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgenommen werden sollen.

Die Präventionsmaßnahmen gegen Gefahren durch Alkoholkonsum der letzten Jahre bewertete die Bundesdrogenbeauftragte positiv, die aus ihrer Sicht Wirkung gezeigt hätten: Der Drogen- und Suchtbericht präsentiert rückläufige Daten bezüglich des Konsums und dessen Folgen. Der regelmäßige Alkoholkonsum erreichte 2015 neue Tiefstwerte: Bei den 12- bis 17-Jährigen gaben zehn Prozent an, regelmäßig Alkohol zu konsumieren. Bei den 18- bis 25-Jährigen sind es 33,6 Prozent. Auch die Zahl der Krankenhausbehandlungen auf Grund von Alkoholvergiftungen hat ihren niedrigsten Wert seit 2009 erreicht. Das Hauptaugenmerk der Drogenbeauftragten richtet sich weiterhin auf Präventionsprojekte, wie der Aufklärungskampagne zu Alkohol während der Schwangerschaft oder dem Aktionsbündnis „Alkoholfrei Sport genießen“.

Hinsichtlich des Tabakkonsums konsternierte Marlene Mortler eine gute Entwicklung mit sinkenden Raucherzahlen, fordert aber dennoch ein Tabakwerbeverbot.

Bezüglich der Glücksspielsucht stellt der Drogen- und Suchtbericht fest, dass die Selbsteinschätzung der Bürger, gut über Glücksspielsucht informiert zu sein, aber auch die Zustimmung zu staatlicher Kontrolle des Glücksspiel und zum Glücksspielverbot im Internet leicht abgenommen hat.

Im kommenden Jahr soll das Thema „Kinder aus suchtbelasteten Familien“ den Jahresschwerpunkt der Bundesdrogenbeauftragten bilden.

Ansprechpartner

Tim Steinhauer

Senior Referent Medienverantwortung und Programm