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KJM aktualisiert Aufsichtskriterien für Rundfunk und Telemedien

18.09.2020

Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) hat ihre „Kriterien für die Aufsicht im Rundfunk und in den Telemedien“ aktualisiert. Mit der Überarbeitung des Dokuments reagiert das Gremium insbesondere auf die gestiegene Bedeutung von Online-Spielen und Influencer-Marketing. 

Die Kriterien befassen sich mit den Wirkungsrisiken, die zu einer „Entwicklungsbeeinträchtigung“ oder „Entwicklungsgefährdung“ führen können, sowie mit den medienrechtlichen Unzulässigkeitstatbeständen. Sie gehen ferner auf die notwendigerweise zu treffenden Abwägungen zwischen dem grundrechtlich verankerten Kinder- und Jugendschutz sowie dem Grundsatz der Achtung der Menschenwürde auf der einen und den ebenfalls grundrechtlich geschützten Freiheiten der Anbieter und der Rezipienten auf der anderen Seite ein. Sie dienen zur Analyse und Klassifizierung von Medieninhalten auf ihre mögliche Wirkung auf Kinder und Jugendliche. 

Die KJM teilte mit, dass sie mit der Überarbeitung der Kriterien insbesondere auf die gestiegene Bedeutung von Online-Spielen und Influencer-Marketing reagiert habe. Nunmehr wird mit den neu aufgenommenen Aspekten „Exzessive Nutzung“ und „Immersion“ berücksichtigt, dass Gaming Disorder oder Online-Spielsucht seit Juni 2019 in den Katalog der Krankheiten (ICD-11) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgenommen wurde. Das Risiko, dass Influencerinnen und Influencer gezielt die Unerfahrenheit von Minderjährigen im Marketing ausnutzen, ist in das Kapitel „Werbung und Teleshopping“ eingeflossen.

Ansprechpartner

Tim Steinhauer

Senior Referent Medienverantwortung und Programm