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Deutsche TV-Plattform stellt "White Book Hybrid-TV" vor

05.09.2011

Am Rand der Internationalen Funkausstellung hat die Deutsche TV-Plattform (DTVP) ihr neues "White Book Hybrid TV" vorgestellt sowie zu aktuellen Entwicklungen bei DVB-T2 und LTE Stellung genommen.
 
"Smart-TV" bzw. "Hybrid-TV" ist eines der zentralen Themen der diesjährigen Internationalen Funkausstellung. Dies hat die Deutsche TV-Plattform zum Anlass genommen, am Rande von Europas größter Messe für Consumer Electronics ihr aktuelles Weißbuch zu Hybrid-TV vorzustellen. Das Kompendium gibt einen Überblick zum derzeitigen Entwicklungsstand und stellt vor allem das technische Konzept und die Commercial Requirements des Standard Hybrid broadcast broadband TV (HbbTV) vor. Die DTVP prognostiziert dem Hybrid-TV einen starken Konsumentenzuspruch. Derzeit sind in Deutschland bereits 4,5 Mio. internetfähige TV-Empfangsgeräte vorhanden. Bis zum Jahresende 2011 wird nochmals mit einem Absatzanstieg auf 6 Mio. Geräte gerechnet.
 
Die DTVP gab außerdem einen Überblick zu den Perspektiven des terrestrischen Rundfunkempfangs.
Zum einen stehen die Rundfunkanbieter derzeit immer noch vor dem Problem der Störung der DVB-T-Signale durch den neuen LTE-Mobilfunkstandard. Die DTVP-Vertreter kritisierten den aktuellen Sicherheitsabstand von einem MHz im UHF-Band als zu gering. Auch erweise sich, dass der Einsatz von LTE-Sperrfiltern keine ausreichende Lösung darstellt. Noch sei die Störproblematik nicht übermäßig spürbar. Aber man geht davon aus, dass mit dem großflächigen Verkauf von mobilen LTE-Endgeräten auch mit einer Zunahme von Störfanfällen zu rechnen ist.
 
Die nähere Zukunft des terrestrischen Rundfunkempfangs liegt aus Sicht der DTVP in einer Einführung des DVB-T-Nachfolgestandards DVB-T2, mit dem eine Verdoppelung der Übertragungskapazität erreicht werden könnte. Erste Feldversuche in Deutschland seien erfolgversprechend verlaufen. Zudem hätten bereits fünf Staaten den DVB-T2-Regelbetrieb eingeführt. Der Einführung der DVB-T-Spezifikation DVB-T2Light steht die DTVP skeptisch gegenüber. Auch lehnt sie politische Überlegungen über eine Digitale Dividende 2 ab, da die Frequenzen vollends für Simulcastphasen benötigt werden.

Ansprechpartner

René Böhnke

Senior Referent Medientechnologie & IT