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Klaus Schunk fordert eigene Radio-Agenda

27.03.2015

Der Vorsitzende des Fachbereichs Radio und Audiodienste im VPRT, Klaus Schunk, hat in einem ausführlichen Interview mit dem Fachdienst „epd medien“ deutlich unterstrichen, dass die Medienpolitik dem Radio eine eigene Agenda einräumen müsse. Bezogen auf die Herausforderungen der Digitalisierung dürfe es keine Beschädigung der Geschäftsmodelle der privaten Radioveranstalter, etwa durch ein UKW-Abschaltdatum, geben. Die Sender seien bereit, den Umstieg von analog auf digital aktiv mitzugestalten, wenn die Rahmenbedingungen stimmen und marktverträgliche Lösungen gefunden würden. Im Moment gebe es kein mit UKW vergleichbares Geschäftsmodell, und nur der Markt könne entscheiden, welcher Ausspielweg am Ende belastbar ist. Er verwies dabei auf die zahlreichen digitalen Verbreitungswege, Angebote und Plattformen, wie den Radioplayer, welche die Privatsender ihren Hörern bereits heute anbieten.

Schunk kritisierte in dem Interview außerdem die Pläne für ein öffentlich-rechtliches trimediales Online-Jugendangebot mit crossmedialer Einbindung der ARD-Hörfunkwellen. Dieses würde den Wettbewerb weiter verzerren, da hier Möglichkeiten der Crosspromotion ausgeschöpft werden können, die private landesweite und regionale Anbieter nicht haben. Auch könne es nicht sein, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk immer dann, wenn er definiert, er hätte eine Zielgruppe verloren, ein neues Angebot machen dürfe. Die Produktvermehrung gehe immer zulasten des privaten Rundfunks und könne vom Markt nicht verkraftet werden.

Sie finden das vollständige Interview mit weiteren Aussagen zu den Themen Werbereduzierung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, Frequenzen und Plattformregulierung in der „epd medien“-Ausgabe Nr. 13/2015 vom 27. März 2015.

Ansprechpartner

René Böhnke

Senior Referent Medientechnologie & IT