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Deutscher Werberat zieht positive Bilanz für 2011

15.02.2012

Der Deutsche Werberat hatte im vergangenen Jahr 12 Prozent weniger Werbeschaltungen zu begutachten als im Vorjahr. Von den insgesamt 407 überprüften Werbemaßnahmen von Unternehmen, zu denen aus der Bevölkerung insgesamt 755 einzelne Beschwerden vorlagen, fielen 145 Kampagnen unter anderem wegen vermuteter Rechtsverstöße nicht in die Kompetenz des Gremiums, heißt es in der Jahresbilanz der Selbstkontrolleinrichtung der Wirtschaft. Diese wurden an klagebefugte Instanzen weitergeleitet.

Im Fall von 87 der zu begutachtenden 262 Schaltungen wie zum Beispiel Spots, Anzeigen, Plakate und Werbeaktivitäten im Internet  schloss sich das Gremium der Konsumentenkritik an. Daraufhin nahmen die betroffenen Unternehmen 72 Kampagnen vom Markt und änderten 8 Sujets entsprechend den Protesten.

"Diese hohe sofortige Durchsetzungsquote von 92 Prozent bestätigt die Akzeptanz des Werberats in der Wirtschaft und unterstreicht den Willen zur Selbstdisziplin der Firmen in diesen Fällen rechtlich zulässiger, aber unerwünschter Werbemaßnahmen", sagte ein Sprecher des Gremiums in Berlin. Mangelnde Einsicht hätten zunächst 7 kritisierte Unternehmen gezeigt. Sie wurden deshalb öffentlich mit Hilfe der Massenmedien gerügt. Zu beobachten sei aber ein Lerneffekt: Öffentlich an den Pranger gestellte Firmen würden selten ein zweites Mal werbeauffällig, so der Werberat.

Zwar steht das Frauenbild in der Werbung nach wie vor an der Spitze der Beschwerden, 2011 waren aber mit 90 Fällen spürbar weniger Kampagnen von Unterstellungen betroffen, die Unternehmen würden dort Frauen diskriminieren, als im Vorjahr mit 116 Sujets. Weitere Themen waren mit deutlich niedrigeren Fallzahlen der Vorwurf der Diskriminierung von Personengruppen (25), Gewaltverherrlichung (24) oder Männerdiskriminierung (14).

Die Auflistung nach Werbemitteln führte 2011 das Fernsehen mit 63 kritisierten Werbesujets an, vor der Plakatwerbung mit 57 Vorgängen. Die Werbeplattform Internet rangiert an dritter Stelle mit 31 Werbeaktivitäten, was einen deutlichen Rückgang gegenüber dem Vorjahr mit noch 50 Sujets bedeutet. Alle anderen Medien wie unter anderem Anzeigen, Prospekte oder Radiospots liegen teils weit unter 25 Fällen. 

Der VPRT ist über den ZAW Mitträger des Deutschen Werberates.

Ansprechpartner

Frank Giersberg

Geschäftsführer