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Schweizer Aufsicht bestätigt: UKW wird spätestens Ende 2024 abgeschaltet

30.08.2019

Radioprogramme werden in der Schweiz nur noch bis Ende 2024 über UKW empfangbar sein. Dies erklärt Bernard Maissen, Vizedirektor des Bundesamts für Kommunikation (BAKOM), am 29. August 2019 und bezieht sich dabei auf die bestehende Vereinbarung der Radiobranche sowie die rechtlichen Bestimmungen. Nach Studien nutzten Ende Juni 2019 nur noch 17 Prozent ausschließlich diesen Empfangsweg.

Seit Dezember 2014 gibt es eine Vereinbarung, dass die Schweizer Radioveranstalter spätestens 2024 aus der UKW-Verbreitung aussteigen wollen. Diesem Entscheid stimmten 2015 die SRG sowie mehr als 80 Prozent der privaten Radiostationen zu. Die DAB+-Verbreitungskosten werden seit 1. Juli 2016 bis zu 80 Prozent subventioniert. Der Schweizer Bundesrat hat im Oktober 2017 das Ziel der Radiobranche aufgenommen bzw. der UKW-Abschaltung den rechtlichen Rahmen gegeben. Bernard Maissen gab jetzt bekannt, dass die im Dezember 2019 auslaufenden UKW-Funkkonzessionen bis 2024 verlängert werden, mit der Möglichkeit, die Dauer zu verkürzen, wenn die Radiobranche dies verbindlich wünscht. Gleichzeitig will das BAKOM prüfen, ob in Randgebieten mit ungenügender DAB+-Versorgung einzelne UKW-Sender auch nach 2024 befristet weiterbetrieben werden könnten.

Zwei Drittel der Radionutzung bereits digital – UKW sinkt auf 17 Prozent

Der Trend zu Digitalradio setzt sich weiter fort: Laut der halbjährlich im Auftrag des BAKOM und der Arbeitsgruppe Digitale Migration (AG DigiMig) vom Forschungsinstitut GfK erhobenen Zahlen nutzten die Schweizerinnen und Schweizer von 100 Radiominuten pro Tag durchschnittlich 65 Minuten auf digitalem Weg. Die digitale Radionutzung ist somit in dreieinhalb Jahren um 16 Prozentpunkte gestiegen: von 49 Prozent im Herbst 2015 auf 65 Prozent im Frühling 2019. Gleichzeitig ist die UKW-Nutzung um 16 Prozentpunkte gesunken; von 51 Prozent auf 35 Prozent. DAB+ ist mit 35 Prozent erstmals gleichbedeutend mit UKW und hat seit Herbst 2015 um 12 Prozentpunkte zugelegt. Die anderen beiden digitalen Empfangswege IP-Radio und Digital-TV haben seit Herbst 2015 um 4 Prozentpunkte und damit etwas weniger stark hinzugewonnen. Sie machen zusammen 30 Proeznt des Radionutzungsvolumens aus.

Zuhause und bei der Arbeit hat DAB+ UKW als stärksten Empfangsweg abgelöst. Nur noch im Auto ist UKW der meistgenutzte Empfangsweg (56 Prozent der Nutzung). Weil immer mehr Autos auf den Schweizer Straßen unterwegs sind, die mit einem DAB+-Radio ausgestattet sind, steigt auch die Nutzung weiter an. So waren im Frühling 2019 von 100 im Auto gehörten Radiominuten bereits 38 DAB+-basiert, was einer Verdoppelung des DAB+-Anteils entspricht.

4.3 Millionen DAB+-Radios verkauft seit dem Jahr 2000

Im ersten Halbjahr 2019 wurden 136.400 DAB+-Radios verkauft (ohne Autos). Laut der halbjährlich durchgeführten Erhebungen von GfK bei nahezu allen Elektronikfachgeschäften sind somit seit 2000 insgesamt 4,3 Millionen DAB+-Geräte verkauft worden. Die Radiobranche plant, bis spätestens Ende 2024 die analoge Radioverbreitung über UKW schrittweise aufzugeben und stattdessen DAB+ als Hauptverbreitungstechnik zu nutzen.

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