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Behindertenbericht soll sich auf Indikatoren stützen

04.04.2012

Zum dritten Jahrestag des In-Kraft-Tretens der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland hat sich am 26. März 2012 der wissenschaftliche Beirat zur neuen Behindertenberichterstattung getroffen. Der neu konzipierte Bericht über die Lebenslagen von Menschen mit Behinderungen sei ein Baustein des Nationalen Aktionsplans und solle ein solides Datenfundament bereitstellen, das die tatsächliche Situation von Menschen mit Behinderungen anhand von ausgewählten Lebenslagen darstellt, so das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS).

Anders als bisher, als die Bundesregierung auf Grundlage von Zulieferungen der Ressorts, der Länder und Leistungsträger sowie Stellungnahmen der Verbände einen „Bericht über die Lage von Menschen mit Behinderungen“ erstellt hat, soll sich der Bericht künftig auf ein System von Indikatoren stützen, mittels derer die Lebenswirklichkeit von Menschen mit Behinderung abgebildet wird. Er soll die ganze Bandbreite der Realität widerspiegeln. Querschnittsthemen wie z.B. Migrationserfahrung werden innerhalb der Themenfelder beleuchtet. Indikatoren werden für alle im Aktionsplan genannten Handlungsfelder gebildet.

Im Einzelnen geht es darum,

  • die Datenlage deutlich zu verbessern,
  • durch fest definierte Indikatoren die Vergleichbarkeit sicherzustellen,
  • die behindertenpolitischen Maßnahmen zu evaluieren und
  • die Berichterstattung unabhängiger zu gestalten.
     

Der wissenschaftliche Beirat, der den Bericht begleitet, sichere nicht nur die Qualität und richtige Auswahl der Daten für die  Berichterstattung, sondern stelle vor allem auch die fachlichen Zusammenhänge her, um die Indikatoren für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention mit Inhalt zu füllen, heißt es vom BMAS weiter. Außerdem solle der Beirat mit Bezug auf den Stand der Forschung Datenlücken benennen, da schon jetzt absehbar sei, dass die bisherigen Untersuchungen nur unzureichend abbilden, wie Menschen mit Behinderungen am Leben teilhaben.

Der erste auf Indikatoren gestützte Behindertenbericht soll im zweiten Halbjahr 2012 erscheinen.

Die Verwirklichung der UN-Behindertenrechtskonvention erfordert neben den staatlichen Aktivitäten auch private Initiativen, weil sie alle Bereiche des politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Lebens anspricht und betrifft.