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Studie zur Alkoholwerbung in Fernsehen und Onlinemedien

06.12.2012

Junge Menschen bis 25 Jahre sind in Großbritannien und den Niederlanden Alkoholwerbung im Fernsehen häufiger "ausgesetzt" als Erwachsene ("exposure"). Demgegenüber haben junge Menschen in Deutschland eine niedrigere Exposition gegenüber Alkoholwerbung als Erwachsene. Das ist ein Ergebnis der Studie „Assessment of young people’s exposure to alcohol marketing in audiovisual and online media“ im Auftrag der EU-Kommission, die am 23. November 2012 auf dem Plenary Meeting des Kommissionsforums Alkohol und Gesundheit vorgestellt wurde.

Insgesamt wurden in allen drei untersuchten Ländern nur sehr wenige Verstöße gegen rechtliche und selbst-disziplinäre Vorschriften zur Alkoholwerbung festgestellt. Die Autoren erklären dies unter anderem damit, dass einige Vorschriften zu weiche Kriterien enthielten. Verstöße ließen sich deshalb nur schwer belegen. Ein zeitliches Verbot von Alkoholwerbung im Fernsehen (wie in den Niederlanden von 6:00 –21:00 Uhr vorhanden) trage – insbesondere mit Blick auf Onlinemedien  – nicht zu einem besseren Schutz von Minderjährigen bei. Ähnliches gelte für prozentuale Grenzen mit Blick auf die Zuschauer/Nutzer (z.B. die sog. "70:30-Regel"). Der Gesetzgeber sollte vielmehr detaillierte inhaltliche Beschränkungen der Alkoholwerbung in Betracht ziehen. Derartige Beschränkungen dürften nicht so viel Raum zur Interpretation lassen wie bisherige Vorschriften und Kodizes. Jugendliche sollten in den Gesetzgebungsprozess eingebunden werden.