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WDR-Rundfunkrat will Sieben-Tage-Regel durch klare Kriterien ersetzen

23.02.2015

Der Rundfunkrat des Westdeutschen Rundfunks (WDR) hat sich am 20. Februar 2015 gegen die im Rundfunkstaatsvertrag vorgegebenen Verweildauerfristen für öffentlich-rechtliche Telemedienangebote (7-Tage-Regel, 24-Stunden-Abrufbarkeit für sportliche Großereignisse und Spiele der 1. und 2. Bundesliga) ausgesprochen. Darüber hinaus hebt er die Notwendigkeit der Verfügbarkeit von Ankaufserien und -filmen auf Abruf hervor, um insbesondere Angebote für junge Zielgruppen vorzuhalten. Nach dem RStV ist diese, mit Ausnahme von Auftragsproduktionen, nicht zulässig (§ 11 d Abs. 5 S. 2 RStV).

Vor dem Hintergrund der technischen Entwicklung und den veränderten Sehgewohnheiten der Nutzerinnen und Nutzer von Online-Medien müsse es „zeitgemäße Entscheidungen für die Verweildauer von Angeboten der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten im Internet“ geben, heißt es in einer Stellungnahme an die Bund-Länder-Kommission, welche die verschiedenen Regulierungen für Rundfunk und Internet auf Bundes- und Landesebene aufeinander abstimmen soll.

Statt starrer Regeln fordert der Rundfunkrat sachbezogene Kriterien die Dauer von Angeboten im Netz. Diese könnten der journalistisch-redaktionelle Anlass, die Verfügbarkeit nötiger Rechte und die Wirtschaftlichkeit sein. Entsprechende Vorgaben sollten von WDR und ARD bei den Verhandlungen über den Rechteerwerb berücksichtigt werden. Die Angebote im Netz müssten dabei in einem angemessenen Verhältnis zu den Urheber- und Produzentenvergütungen stehen.

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Ansprechpartner

Daniela Beaujean

Geschäftsführerin / Justiziarin